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"Journalisten sorgen für Demokratie!"

Von Gleb Karbachinsky

Im August 2009 veranstaltete die JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) erstmals eine "Medien-SommerAkademie" für Nachwuchsjournalisten. Das folgendes Interview mit Carla Schulte-Reckert, Leiterin der JournalistenAkademie zeigt auf, welchen Stellenwert Journalisten in unserer Gesellschaft haben.

Karbachinsky: Wie kam die FES dazu eine solche Veranstaltung ins Leben zu rufen?

Carla Schulte-Reckert, Initiatorin der SommerAkademieSchulte-Reckert: Die FES verfolgt mit der SommerAkademie drei Ziele: 1. Nachwuchsjournalisten sollen die Gelegenheit erhalten mit Experten aus Politik und Medien die medienpolitische Situation in Deutschland zu diskutieren, 2. zwischen journalistischen Profis und Einsteigern soll es einen Austausch über das Handwerk geben, 3. die gesellschaftspolitische Bedeutung des Journalisten, seine innere Haltung bei der Ausübung seines Berufs soll miteinander reflektiert werden. Letztlich wollen wir Begegnungen initiieren: zwischen Kollegen, vielleicht neuen Freunden, sicher auch, um Nachwuchsjournalisten Vorbilder zu ermöglichen.

Karbachinsky: Mit Haltung meinen Sie sicherlich, dass ein Journalist nicht parteiisch sein sollte?

Schulte-Reckert: Absolut. Dies ist gerade in der politischen Berichterstattung wichtig. Zur inneren Haltung gehört Unabhängigkeit einerseits – und politische Positionierung andererseits. Ein guter Journalist hat eine eigene Meinung zum Thema, ist aber niemals käuflich oder parteipolitisch abhängig. Es gibt da einen Spruch, der das am besten beschreibt: So nah dran wie möglich – mit soviel Distanz wie nötig! "Nah dran" ist wichtig um ein Gefühl für die Story zu finden, "Distanz" wegen der eben genannten Unabhängigkeit.

Karbachinsky: Wer waren die Teilnehmer der SommerAkademie? Waren nur Stipendiaten der FES unter den Nachwuchsjournalisten?

Schulte-Reckert: Wir haben die Einladungen zu dieser Veranstaltung über einen großen Verteiler gestreut. Für die Teilnahme konnten sich die Nachwuchsjournalist bewerben. Aus den vielen Bewerbungen wurden dann 77 Teilnehmende ausgewählt, darunter waren auch einige Stipendiaten der FES.

Karbachinsky: Der Termin der SommerAkademie liegt kurz vor zwei wichtigen Wahlterminen. Ist das Ganze nur eine PR-Aktion für die SPD?

Schulte-Reckert: Politische Stiftungen dürfen in Wahlkampfzeiten keine Veranstaltung mit Spitzenkandidaten durchführen. Bei der Medien-SommerAkademie handelt es sich einerseits um einen geschlossenen Teilnehmerkreis und andererseits geht es inhaltlich um die politische Berichterstattung in Krisenzeiten und den Zusammenhang zwischen qualitativ hochwertigem Journalismus und Demokratie. Dies ist im Sinne aller Parteien.

Karbachinsky: Frau Schulte-Reckert, Sie dürfen sich etwas wünschen: was sollen die Teilnehmenden mit nach Hause nehmen?

Schulte-Reckert: Oh, klasse! Also, ich wünsche mir, dass die Teilnehmenden neben einer Menge Spass und neuen Kontakten zu wichtigen beruflichen oder auch privaten Menschen folgendes mit nach Hause nehmen: den Entschluss, in allen Fragen des Lebens eine eigene Meinung zu formulieren; den Mut, diese Meinung zu äußern - und eine wachsende innere Unabhängigkeit, die gegen jede Form von Manipulation und Käuflichkeit schützt!

Karbachinsky: Was für einen Nutzen hat eine solche Veranstaltung für die FES?

Schulte-Reckert: Die FES hat einen Bildungsauftrag: Jungen Menschen, die Journalisten werden wollen den Zusammenhang zwischen Medien und Demokratie begreifbar zu machen und ihnen beim Einstieg in den Beruf des Journalisten durch Informationen Orientierung zu geben, ihnen Kontakte und Diskussionen zu ermöglichen. Journalisten bestimmen im hohen Maße die Wahrnehmung der Leser und Zuschauer von Politik und Weltgeschehen. Auf diese Verantwortung müssen Journalisten vorbereitet werden.

Karbachinsky: Ist die Medien-SommerAkademie zukünftig ein fester Bestandteil der JournalistenAkademie?

Schulte-Reckert: Ja, wahrscheinlich werden wir jedes Jahr eine Medien-Sommer-Akademie zu unterschiedlichen Themen durchführen.

Karbachinsky: Gab es schon ein erstes Feedback? Wie ist die Stimmung während der Veranstaltung?

Schulte-Reckert: Die Stimmung ist klasse! Zumindest habe ich das so mitbekommen! Viele haben gelobt, dass die Workshops und Erzählcafés so praxisnah sind, dass von den Profis viele Tipps und Hinweise gegeben wurden. Mit am meisten gefiel den Teilnehmern die Diskussionsrunde mit Hannelore Kraft am Freitag.

Karbachinsky: Wie wurden die Referenten ausgesucht?

Schulte-Reckert: Die Workshop- und Erzählcafeleiter sind zum größten Teil Dozenten der JournalistenAkademie und gaben Einblicke in die Seminare, die wir im Jahr anbieten. Die Panel-Diskussion wurde mit Journalisten aus allen journalistischen Genres besetzt sowie mit einem prominenten Politiker. Ich war sehr froh, Hannelore Kraft hier gewinnen zu können!

Karbachinsky: Wie war es, eine solche Veranstaltung zu organisieren?

Schulte-Reckert: Wahnsinn! Jedes Namensschildchen, Block oder Kuli, Lunchpaket, Beamer oder Infomaterial – an alles muss gedacht werden. Eine enorme Leistung! Mein Team hat da Gigantisches geleistet. Ohne die Hilfe vieler Hände ist so eine Veranstaltung nicht möglich. Dank an dieser Stelle an Indira Krömer und Marion Wolf!

Karbachinsky: Vielen Dank für das Gespräch!

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