FES / JournalistenAkademie / EU-Hospitanzprogramm in Brüssel

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EU-Hospitanzprogramm in Brüssel 2011

"Das Ministerium ist Mensch geworden" :

Ein Interview mit Teilnehmer Daniel Hadwinger

Daniel Hadwiger studiert im 5. Semester Geschichte und Europäische Literatur in Mainz und Dijon. Er möchte im Anschluss an sein Bachelor-Studium gerne einen Master in Europastudien machen und überlegt Journalist zu werden. Wir haben ihn zu seinen Eindrücken des EU-Hospitanzprogramms befragt.

Journalistenakademie: Daniel, warum hast Du Dich für das EU-Hospitationsprogramm beworben?

Daniel: Ich finde die Kombination von Journalismus mit dem Thema Europa großartig. Seit dem Abitur interessiere ich mich genau dafür. Ich habe lange nach einer Weiterbildungsmöglichkeit auf diesem Gebiet gesucht und bin froh fündig geworden zu sein.

Ich habe während meines Freiwilligendienstes in Frankreich bei einer Zeitung gearbeitet, wo ich eine sogenannte „europäische Rubrik“ gestalten konnte. Während dieser Zeit habe ich mich also bereits mit der Europäischen Union aus journalistischer Perspektive beschäftigt und bin von der EU nach wie vor fasziniert.

Journalistenakademie: Das hört sich ja schon fast euphorisch an. In der Presse kommt die EU ja momentan nicht gut weg. Die EU-Berichterstattung wird von der Schuldenkrise in den Euroländern dominiert. Was macht für Dich die Faszination an der EU aus?

Daniel: Mich interessiert vor allem der kulturelle Aspekt der europäischen Einigung. Ich bin sehr beeindruckt von dem Kulturreichtum, den Europa bietet und der durch die europäische Integration für mich und andere Europäer zugänglicher wird.

Ich sehe darin übrigens auch große Chancen im journalistischen Bereich. Die vielen Klischees, die es über Franzosen, Deutsche, Italiener oder Polen gibt, sind meiner Meinung nach immer ein guter Aufhänger für einen Beitrag in den Medien.

Journalistenakademie: Hat sich Dein Eindruck von der EU hier in Brüssel verändert?

Daniel: Für mich ist hier noch mal ganz klar geworden, dass die EU einen riesigen Einfluss auf den Alltag von jedem von uns hat. Das fängt natürlich damit an, dass Frieden für meine Generation eine Selbstverständlichkeit geworden ist, Trinkwasser ist ein anderes gutes Beispiel, aber es gibt auch viel banalere Dinge. Auf was Brüssel alles tatsächlich Einfluss hat, ist mir hier noch mal sehr deutlich vor Augen geführt geworden.

Außerdem ist durch die Woche hier und die persönlichen Gespräche mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments und Vertretern der Kommission die Scheu gewichen sich Brüssel auch für journalistische Vorhaben anzunähern. Man könnte fast pathetisch sagen: Das Ministerium ist Mensch geworden. (lacht)

Journalistenakademie: Wie beurteilst Du die Berichterstattung über die EU nachdem was Du hier in Brüssel erfahren hast?

Daniel: Verglichen damit, wie sehr das, was hier täglich stattfindet, die Menschen in der EU beeinflusst, finde ich, dass sehr wenig über die EU berichtet wird. Ich glaube es ist wichtig, dass die Medien versuchen die EU öfter auf den konkreten Alltag der Menschen herunter zu brechen.

Journalistenakademie: Willst Du immer noch Journalist werden?

Daniel: Ich will es noch dem Studium auf jeden Fall versuchen, auch wenn das natürlich sehr schwer werden wird und viele Unsicherheiten damit verbunden sind. Aber mein Interesse ist wirklich groß. Und dann würde ich es natürlich gerne im europäischen Umfeld arbeiten.

Journalistenakademie: Haben sich Deine Erwartungen an das Hospitationsprogramm erfüllt?

Daniel: Ja, auf jeden Fall!

 

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