
Hospitanzprogramm Deutscher Bundestag 2011
Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer
der SPD-Bundestagsfraktion im Gespräch mit FES-Nachwuchsjournalisten
"Oppermann kommt selten allein"
Er koordiniert Politik, wacht über die Geheimdienste und hat sich das Wahlrecht zu seinem Thema gemacht. Thomas Oppermann ist seit vier Jahren der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Eine Stunde lang sprach er mit uns über sein Verhältnis zur Presse, die Arbeit in der Opposition und warum es manchmal schlecht ist, zu viel zu wissen.

Thomas Oppermann ist vorsichtig geworden. Seitdem vertrauliche Informationen aus einem Gespräch mit US-Diplomaten im Fall Murat Kurnaz durch Wikileaks an die Öffentlichkeit geraten sind, weicht ihm sein Pressesprecher nicht von der Seite. Thomas Oppermann hat Talent für Zuspitzungen. Selbst sein Pressesprecher Steffen Rülke formuliert: „Die besten Antworten gibt Oppermann selbst.“
Oppermann lässt sich von kritischen Fragen nicht aus der Ruhe bringen. Wenn er etwas nicht beantworten kann oder will, macht er einen Scherz daraus. „In Live-Sendungen bin ich am wenigsten nervös“, gibt er sich ganz cool. Viel schwieriger sei es in zweieinhalb Sätzen auf den Punkt zu kommen. Ihm geht es bei Presseterminen natürlich auch um Eigenprofilierung. Wichtiger sei es aber den Standpunkt der Partei zu erklären und fundierte Argumente zu bringen. Insgesamt findet Oppermann den Umgang der Presse mit Politikern fair, macht aber auch deutlich, dass es mittlerweile weder einen sicheren Ort noch einen unbeobachteten Moment im Leben eines Politikers gibt.
Um die politische Kommunikation anzureichern, hat sich Oppermann vor kurzem auch bei Twitter angemeldet. Dort heißt er beispielsweise den Papst willkommen oder erklärt die FDP reif für eine „geordnete politische Insolvenz“. Auf die Frage hin, ob er sich nun auch bei Facebook ausprobiert, antwortet der gebürtige Münsterländer: „Dafür habe ich keine Zeit.“
Von Inga Methling
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